
Von Dr. Walter Wolf
Triebswetter liegt im Nordwesten
der Banater Heide, an der Nationalstraße Nr.6
(Temeschburg –Tschanad) zwischen
den Ortschaften Großsanktnikolaus, Sarafol,
Lovrin, Nero, Gottlob und Wiseschdia.
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Im Mittelalter lag hier etwa
1km südöstlich des heutigen Ortes, an der Böschung des
Galatskagrabens, eine Siedlung
namens Nagyösz. (Durch archäologische Funde belegt)
Diese kommt aber in den Steuerlisten
nach der Eroberung des Banats nicht mehr vor,
woraus zu schließen ist,
dass sie damals nicht mehr bewohnt war.
Die Eisenbahnlinie von Temeswar nach Tschanad führt an Triebswetter vorbei. Bild oben: Gleise. Bild Rechts: Bahnhofsgebäude. |
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Bis 1772, dem Jahr der Ansiedlung
unserer Vorfahren, wird der ehemalige
mittelalterliche Ort nur als
Prädium bezeichnet und als Viehweide verpachtet.
Die heutige Gemeinde wurde auf
diesem Prädium als spättheresianische Siedlung gegründet.
Im Mittelalter und bis zur Ansiedlung,
im Jahre 1772, wurde die madjarische
Orts-bezeichnung Nady Ösz
in verschiedenen Varianten verwendet und ist
auch heute noch im ungarischen
Sprachraum üblich. Der deutsche Ortsname
Triebswetter, wurde dem Ort
zu Ehren des kaiserlichen Vermessungsingenieurs
Anton von Triebswetter verliehen
und hat nichts mit dem trüben Wetter
zu tun, dass der Sage nach in
jenem Frühjahr 1772 herrschte als die drei
Gemeinden Triebswetter, Gottlob
und Ostern besiedelt wurden.
Der rumänische Name Tomnatic ist wahrscheinlich die Übersetzung von "Trübem Wetter".
Der Grundriß der Gemeinde
hatte die Form eines Rechtecks, mit einer
durchlaufenden Hauptgasse, die
von 5 Quergassen im Rechtwinkel durchkreuzt
wird, insgesamt 200 Häuser,
in der Dorfmitte ein großes Viereck mit der Kirche,
Schule, Wirtshaus und Pfarrhaus.
Alle Gassen hatten eine Breite von 36 m.
Auf den Gassen wurden 9 öffentliche
Schwengelbrunnen gegraben und
öffentliche Backöfen
errichtet.
Die Erde zu den Stampfhäusern
wurde außerhalb des Dorfes ausgegraben,
und diese Vertiefungen von je
einem halben Joch sind auch heute noch
Sammelbecken für das Regenwasser
aus dem Dorf (bei uns Sandlöcher genannt).
Anteil an Grundbesitz hatten 108 Bauern mit ganzer und 92 mit halber Session.
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Der größte Teil der
Bevölkerung stammte aus Lothringen (62%), was
Triebswetter (dies trifft auch
auf die Ortschaften St. Hubert, Charlesvills
und Soltour zu) zu einem "Franzosendorf"
machte. Der Rest der
Bevölkerung stammte aus
Luxemburg (8%). Bayern (5%),
Baden-Württemberg (5%),
Frankreich (3,5%), Pfalz (3,5%) sowie ein
geringer Teil aus Ungarn, Banat,
Hessen, Böhmen, Mähren, Saarland, Elsaß,
Österreich, Schlesien,
Slowenien, Italien, Preußen, Sachsen u.a.
Autobahn in Lothringen |
Landstraße in Lothringen |
Durch Absterben, Abwanderung
in neu entstandene Orte sowie durch Heirat
nahm die Zahl der Franzosen
jedoch in stärkerem Maße als die der Deutschen
ab und die deutsche Sprache
setzte sich allmählich sowohl in der Kirche, wie
auch in der Schule und dem öffentlichen
Leben durch. Als 1902 der französische
Schriftsteller R. Recouly die
sogenannten "welschen Dörfer" im Banat besuchte,
mußte er mit Entsetzen
feststellen, dass die französische Sprache "tot ist".
Französische Namen gibt
es auch heute noch, aber in der Sprache sind nur
noch einzelne Ausdrücke
als Sprachrelikte erhalten. (G. Reiser:
Der Sprachwandel in der Triebswetterer
Mundart).
Die heutige Triebswetterer Mundart
ist ein Mischdialekt mit vorwiegend
rheinfränkischem (lothringisch-
pfälzischem) Charakter. Den größten
Platz nehmen die lothringischen
Wörter ein. Diese stammen zum größten
Teil aus der Forbacher, Saargemünder
und aus der Gegend von Saarburg.
In dieser Gegend (um Sarreguemines)
sagt man heute "mir redde platt".
Das Luxemburgische wie auch
das Fränkisch- Schwäbische ist auch in
manchen Wörtern erhalten.
(G. Reiser)
"A Stickl französisch im
Name
un in der Sproch zu uns gheert-
doch ware mir immer ganz gude
Schwobe
un alles Teitschi war uns was
wert".
Palfi –"Triebswetterer Art"-
Zwischen 1772 – 1801 war Triebswetter
kameralischer Besitz und ging 1801
als "Mixta Donatio" zusammen
mit den Ortschaften Sarafol und Nero an
den Baron Alvinczy über,
der dann Graf Albert Gyulai als Erben einsetzte.
Der letzte Grundherr verkaufte
um die Jahrhundertwende
das Herrschaftsfeld an die Dorfbewohner.
Die Familie Gyulai hat sich
sehr für den Bau der heutigen Kirche eingesetzt und
auch einen wesentliche Kostenanteil
übernommen. Das heutige monumentale
Gotteshaus wurde zwischen den
Jahren 1846 – 50 erbaut und 1850 von Pfarrer
Alexander Bonaz, dem späteren
Bischof von Temeswar eingeweiht. Als Bischof
beauftragte er, 1863, den Temeschburger
Altarbauer Josef Treydl mit dem
Bau eines Hoch – und zwei Nebenaltäre
sowie das heilige Grab, welche er
seiner Heimatkirche spendete
und auch selbst einweihte. Eine Besonderheit
für das ganze Banat sind
die zwei großen Statuen an der Frontseite der
Kirche, die die Namen Albert
und Samuel tragen und die Erbauer (Graf
Albert und Samuel Gyulai) als
Heilige, mit Buch und Fackel, darstellen.
Die heutige 18-Register – Orgel
wurde 1850 mit Gemeindemittel angeschafft,
gefertigt bei dem Arader Orgelbauer
Anton Dangl.
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Die Kirche wurde 1988 von Pfarrer
Franz Funk anläßlich seines 65.
Priesterjubiläums ganz
renoviert. 1920 wurden die heutigen 3 Glocken
(nachdem die vorherigen requiriert
wurden) von der Gemeinde Herz
Jesu, Mariä Empfängnis
und der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet.
Auf jeder Glocke ist folgende
Inschrift zu lesen: " Gewidmet von der
Gemeinde Triebswetter, im Jahre
1920" und die Namen der damaligen
Gemeinderatsmitglieder.
Das erste Pfarrhaus wurde schon
1773 errichtet. Das heutige Pfarrhaus
wurde bereits 1781 erbaut und
mehrmals renoviert und umgebaut. Es
war von einer schönen Parkanlage
umgeben von der 1842 J. G. Kohl,
ein für die damalige Zeit
weitgereister Mann, über das Banater Deutschtum
u.a. schreibt: "Die
Deutschen sind auch hier die Fleißigsten. Die Orte
Sandorhaza, Ernesthaza, Lovrin
uff. sind die schönsten Dörfer in Österreich....
Schöne Parks sind die von
Lovrin und Triebswetter..." 1862 wurde der
Garten
durch Maurermeister J. Wolf
mit einer schönen Steinmauer umgeben. Leider
ist die Parkanlage dem Bau des
späteren "Universal"- Geschäftes gewichen.
Bei der Ortsgründung wurden
drei Joch für den Friedhof, am westlichen
Ausgang der Hauptgasse, ausgemessen
. Hundert Jahre später , 1874,
weihte Pfarrer Karl Böhm
die 2000 Quadratklafter ein, die von der
Gemeinde dem alten Friedhof
zugefügt worden waren.
Unter Pfarrer Willkomm, wurde
im Herbst 1909 der Friedhof mit einem
Eisenzaun umgeben, der von Schmiedemeister
Peter Treffil angefertigt wurde.
Die Friedhofskapelle wurde 1863
von Thomas und Rosina Richard errichtet,
das Glöcklein, das auch
heute noch die Toten auf ihrem letzten Gang
begleitet wurde von der Gemeinde
gekauft.
Am Friedhofseingang befindet
sich eine kleine Parkanlage in dessen Mitte
das 1922 von den Temeschburger
Bildhauern Sipos und Galas geschaffene
Heldendenkmal steht. Es ist
ein sich verjüngender vierkantiger Obelisk,
auf dem ein Adler mit ausgebreiteten
Schwingen thront, der ein Schwert
im Schnabel trägt. Im Hauptteil
trägt die Vorderfront das Relief einer
Mutter mit ihrem Kind im Arm,
und auf der gegenüberliegenden Seite
ein verwundeter Heimkehrer.
Auf der linken und rechten Seite sind die
Namen der Gefallenen auf zwei
weiße Marmortafeln eingraviert. Im
unteren Abschnitt ist vorne
die Inschrift "Gesegnet sei ihr Andenken"!
Von 1772-73 war die Kirche eine
Filiale von Marienfeld . Ab 1773 wurde
es zu einer selbständige
Pfarre und erster Pater war Nikolaus Eugen Lenauer.
Der bedeutendste Priester in
Triebswetter (1840-53) war der spätere Bischof
von Temeswar Alexander Bonaz.
Der letzte Priester in Triebswetter war
Dechant Franz Funk. Seit dessen
Tod 1990 ist Triebswetter eine Filiale von Lovrin.
Das erste Schulgebäude gibt
es seit 1773. Es wurde dann durch Anbau
allmählich erweitert und
der Schülerzahl angepasst. 1924 wurde die siebente
Klasse eingeführt. 1965
wurde das anliegende, von Nikolaus Roth enteignete
Haus als Erweiterung angebaut
sowie die Ställe in einen Turnsaal umgebaut.
Gleichzeitig wurde die Direktorwohnung
als Schulklassen umgebaut
sowie die ehemalige Wageneinfahrt
in eine Klasse umgebaut und in
den Raum zwischen Schule und
dem einbezogenen Haus noch zwei Klassen eingefügt.
Die anfangs konfessionelle Schule
wurde durch Abstimmung des Gemeinderates
1869 in eine Gemeindeschule
umgewandelt, um so auch Einfluß auf das Lernprogramm
zu gewinnen, da man der Meinung
war, dass man sonst nur "Katechismus und
Singen" lernt.
Bis 1934 gab es nur eine deutsche
Schule. Die rumänische Abteilung wurde erst
1934 mit insgesamt 28 Schülern
gegründet. Auch nach dem II. Weltkrieg hat
die Allgemeinschule eine überwiegende
deutsche Schülerzahl, die nun als deutsche
Sektion bezeichnet wird, weil
deutsche und rumänische Schüler in getrennten
Klassen unterrichtet wurden.
In dieser Zeit bis 1965, wird die deutsche
Sektion
auch von Schülern aus Wiseschdia,
Gottlob, Sarafol und Tschanad besucht, da es
dort noch keine deutsche Schulen
gab. Diese Schüler waren in einem Internat
untergebracht.
Kindergarten gibt es seit 1884.
Bis zum I. Weltkrieg , legte
die meist bäuerliche Bevölkerung nicht viel Wert
auf höhere Schulbildung.
Nach der Enteignung gab es jedoch sehr viele
Triebswetterer mit beruflicher
und höherer Ausbildung. Im Verlauf der
200 Jahre enstammten aus Triebswetter:
13 Pfarrer, darunter 2 Bischöfe,
Alexander Bonaz in Temeswar
und Nikolaus Cherrier in Preßburg,
2 Ordensfrauen, 100 Pädagogen,
12 Juristen, 31 Humanärzte, 2 Zahnärzte,
19 Tierärzte, 11 Apotheker,
62 Ingenieure, 22 Verwaltungsangestellte,
davon Nikolaus Petischan- Generalinspekteur
der Bank von Österreich,
21 Offiziere davon Feldmarschall-Leutnant
Nikolaus Wolf-Nagyöszi-
Stadtkommandant von Budapest,
4 Schauspieler, darunter Rudolf
Chati und Nikolaus Dinier.
Des weiteren hervorgehoben haben
sich der Heimatforscher Georg Reiser,
der zahlreiche Abhandlungen
über die Besiedlung des Banats erfaßt hat,
der Schmiedemeister Peter
Treffil, der ein Ortssippenbuch geschrieben
hat und der Kurschmied Franz
Touttenuit, dem die Triebswetterer wegen
seiner Verdienste um die Tierheilung
ein Denkmal in die Ortsmitte gesetzt
haben, welches aber durch die
Kriegswirren beschädigt wurde und
verschwunden ist Dr. Josef Wolf
und der Wahltriebswetterer Apotheker
Nikolaus Merle wie auch Johann
Thoma , der langjährige Vorsitzende
der HOG Triebswetter, haben
wesentlich an dem Zustandekommen
unseres Heimatbuches beigetragen
.
Triebswetter war eine Bauerngemeinde,
deren Bewohner fast alle in der
Landwirtschaft tätig waren
oder ein Handwerk ausübten welches der
Landwirtschaft diente.
Der fruchtbare Boden hat zur
besonderen Entwicklung des Getreidebaus
aber auch des Gemüse- und
Weinbaus beigetragen. Die Triebswetterer
"Fratschler" waren in Temeschburg,
Szegedin, Mako, Großbetschkerek
und Arad gut bekannt.
Besonders in der Nachkriegszeit,
nach der Enteignung, hat man sich auf
den Gemüsebau spezialisiert.
Da man nur so die nicht enteigneten
Hausgärten intensiv nutzen
konnte und so doch noch ein gutes Zubrot
verdienen konnte.
Es wurde vorwiegend Frühgemüse,
Kartoffeln, Melonen, vor allem aber
grüner Paprika angebaut.
Da dieses Gemüse wegen der meist trockenen
Witterung viel Wasser braucht,
verwendete man ab etwa 1925 von
Pferden betriebene Göppelmaschinen,
mit deren Hilfe man Wasser
aus gebohrten Brunnen pumpte.
Später wurde das Pferd durch Motoren ersetzt.
Der Pumpenbau war ab 1960 in Triebswetter ein sehr entwickeltes Handwerg.
Wenn die "Fujackre" auf ihren
Feldern den Gemüsebau wegen der kleine
Flächen intensiv vorantrieben,
so war für die Getreidebauern (75% der
Ackerfläche der Gemeinde)
das Feld nicht ausreichend, so daß bis 1941
noch 3400 Joch Ackerland von
den Nachbargemeinden angekauft wurden.
Der Weinbau hatte eine große
wirtschaftliche Bedeutung und machte 1936,
1002 Joch der gesamten Ackerfläche
aus. Die meist angepflanzten Sorten
"Zackelweiß" (Sauvignon)
und Riesling. Nach dem Einschleppen der
Reblaus aus Frankreich, 1871,
legten hier die Brüder Eduard und
Karl Buding eine Reben- und
Obstveredelungsanlage an, die weit
über die Grenzen des Banates
bekannt war.
In der Viehzucht war das Pferd
von großer Bedeutung. Die Schweinemast
wurde in großem Maße
betrieben. Zu einer ausgeprägten Rinderzucht
kam es jedoch nicht. Nebenbei
wurde auch Schaf- und Bienenzucht betrieben.
Die industrielle Entwicklung
paßte sich den Bedürfnissen der Landwirtschaft
an. So gab es Schnapsbrennereien,
die vor allem den Treber verarbeiteten,
Ziegeleibetriebe und Mühlen.
Die Einwohnerzahl stieg von etwa
650 bei der Dorfgründung auf 3760 im
Jahr 1900. 1940 lebten in Triebswetter
2835 Deutsche, 34 Rumänen,
37 Ungarn, 101 Zigeuner und
21 anderer Nationalität.
Die erste Kreditanstalt , Sparkasse,
wurde 1886 gegründet, gefolgt
von der Triebswetterer Volksbank
1891 und der Raiffeisen
Landwirtschaftlichen Kreditanstalt
1899.
Der wirtschaftliche Aufstieg
erforderte auch eine bessere Verkehrsverbindung.
So wurde die heutige Nationalstraße
Nr.6,1845 gebaut und die Bahnlinie
Temeswar – Szeged 1895 fertiggestellt.
Die Post gibt es seit 1868, Telefon seit 1895, Telegraf ab 1912 und Kino seit 1920.
Zahlreiche gesellschaftliche
Vereine entfalteten eine reiche Tätigkeit:
Bauernverein, Feierwehrverein,
Handels- und Gewerbeverein,
Schützenverein (ab 1798),
Jagdgesellschaft, Sportverein, Leseverein,
Rosenkranzverein, Jugend-und
Frauenverein, Mädchenkranz und
Gesangverein. Die Größten
Triumphe erreichte allerdings der schon
1931 gegründete Sportverein,
der schon 1932 dem rumänischen
Landesmeister UDR Reschitz ein
1:1 erzwang. 1975 führte Trainer
Willi Schreiber die Triebswetterer
"Bauern" , wie sie verspottet
wurden, nach einem triumphalen
Spiel gegen den ärgsten
Widersacher "Otelul Rosu" (Ferdinadsberg),
in die B-Liga.
Triebswetter war also das erste
Dorf in Rumänien mit einer
Fußballmannschaft in der
B-Liga, und das bedeutete Heimspiele
mit Hermannstadt, CFR Temeswar.
UMT Baia Mare, Bistritz,
Mediasch, Hunedoara.
Die anerkannten wirtschaftlichen
Leistungen und der allgemeine
Wohlstand wurden durch reichlichen
Kummer und viel Leid
während der zwei Weltkriege
getrübt.
So hat der I. Weltkrieg unserer
Gemeinde 109 und der II. Weltkrieg
95 Opfer abverlangt . Ihre Namen
sind zum ewigen Gedenken auf den
Marmortafeln am Kriegerdenkmal
in Triebswetter verewigt.
Kriegerdenkmal
1997
In die Sowjetunion wurden 164
Personen verschleppt sowie 527 Personen in
die Baragansteppe deportiert,
von denen 20 dort die ewige Ruhe fanden.
Das private Wirtschaftssystem
wurde 1945 durch das kollektive ersetzt.
Dies hat nicht nur die Bauern
getroffen, sondern auch die Kleinhäusler und Handwerker.
Die meisten Bewohner mußten als Arbeiter in die Kollektivwirtschaft überwechseln.
Bis zu dem Umsturz , 1989, gab
es in Triebswetter eine LPG und einen
Staatlichen Landwirtschaftsbetrieb.
Durch die Gebietsreform von 1967
verliert Triebswetter, das inzwischen
1100 Häuser umfaßt
und sich auch wirtschaftlich wieder hochgearbeitet
hat, seine Selbständigkeit
und wird Lovrin eingemeindet.
Durch die intensiv betriebene
Wirtschaft (200 ha Gemüse, 13 ha Treibhäuser,
über 300 ha Obstplantagen,
Weingärten, Viehwirtschaft) war Triebswetter
noch bis Anfang der achtziger
Jahre attraktiv und zukunftssicher.
Ende der siebziger Jahre begann
aber die Auswanderungswelle, ein Rad
kam ins rollen und konnte nicht
mehr aufgehalten werden bis 1989 fast
alle Triebswetterer in die BRD
umgesiedelt sind. Nur noch ein kleiner
Teil von etwa 83 Personen unserer
einstigen Landsleute leben heute
noch in Triebswetter.
In der BRD leben die meisten
Landsleute in Bayern, gefolgt von
Baden – Württemberg, Rheinland
–Pfalz, Saarland, Nordrhein - Westphalen,
Hessen, Hannover.
Die Heimatortsgemeinschaft Triebswetter
in Deutschland wurde bereits
1969 in Ulm von Apotheker Nikolaus
Merle gegründet und umfaßt heute
2102 Landsleute. In den USA
leben 31 , Österreich 7, Frankreich 4,
Schweiz 2 Landsleute und England
1 Landsmann.
Die HOG veranstaltete zum 14
Heimatortstreffen,1997, eine Gedenkfeier zur
225 Wiederkehr seit der Ansiedlung
von Triebswetter in Schwabach bei Nürnberg.
Sie hat an zahlreichen Hilfsaktionen
zur Unterstützung unserer Landsleute in
Triebswetter teilgenommen.
Für die meisten unserer
Landsleute ist Triebswetter ein Stück Vergangenheit,
es ist aber und bleibt ein Teil
von uns und "die Zeichen die wir dort gesetzt,
werden noch lange der Zeit und
dem Wind trotzen".(A. Palfi)
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| von | bis | Landeszugehörigkeit | Regent/Macht | Amtssprache | Bemerkungen |
| 1772 | 1778 | Österreichs kaiserliche Provinz | Maria Theresia | Lateinisch | Umgangssprache, je nach |
| 1778 | 1780 | Ungarn, Südungarn | Maria Theresia | Lateinisch | Einwanderungsgebiet |
| 1780 | 1784 | Ungarn, Südungarn | Kaiser Josef II. | Lateinisch | |
| 1784 | 1790 | Ungarn, Südungarn | Kaiser Josef II. | Deutsch | |
| 1790 | 1792 | Ungarn, Südungarn | Kaiser Leopold | Lateinisch | |
| 1792 | 1830 | Ungarn, Südungarn | Kaiser Franz I. | Lateinisch | |
| 1830 | 1835 | Ungarn, Südungarn | Kaiser Franz I. | Ungarisch | |
| 1835 | 1848 | Ungarn, Südungarn | König Ferdinand V. | Ungarisch | |
| 1848 | 1849 | Ungarn, Südungarn | Franz Josepf I. | Ungarisch | |
| 1849 | 1860 | Österreichs
Serbische Woiwootschaft,
Temesvar, Banat |
Franz Josepf I. | Deutsch | ab etwa 1850
war die
Umgangssprache Deutsch |
| 1860 | 1881 | Ungarn, Südungarn, Komitat Torontal | Franz Josepf I. | Deutsch | 1877 Unabhängigkeitskrieg
der
Rumänischen Fürstentümer |
| 1881 | 1916 | Ungarn, Südungarn, Komitat Torontal | Franz Josepf I. | Ungarisch | |
| 1916 | 1918 | Ungarn, Südungarn, Komitat Torontal | König Karl IV. | Ungarisch | |
| 1918 | 1927 | Rumänien, Banat, Torontal | König Karl
von Rumänien |
Rumänisch | bis 1940 gab
es noch 94%
Banater Schwaben in Trw. |
| 1927 | 1930 | Rumänien, Banat, Torontal | König Michael | Rumänisch | |
| 1930 | 1947 | Rumänien, Banat, Torontal | Königshaus
Hohenzollern
Sigmaringen (und Antonescu) |
Rumänisch | Umgangssprache Deutsch |
| 1947 | Rumänische
Volksrepublik
Sozialistische Republik Rumänien (Region Banat/ Kreis Timisch) |
Kommunistische
Partei
Rumäniens |
Rumänisch | Deutsche, Ungarn,
Serben, usw
durften die Schulen in ihrer Muttersprache besuchen |
|
