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Triebswetter/Geschichtliches

 



Das Land ist flach, gerade Straßen streben
Der Mitte zu, die eine Kirche ziert;
Ringsum in Gärten blühen Bäume, Reben,
im steten Wachsen sich dein Blick verliert...
N. Balzer – "Triebswetter"

Triebswetter

Von Dr. Walter Wolf

Triebswetter liegt im Nordwesten der Banater Heide, an der Nationalstraße Nr.6
(Temeschburg –Tschanad) zwischen den Ortschaften Großsanktnikolaus, Sarafol,
Lovrin, Nero, Gottlob und Wiseschdia.


Im Mittelalter lag hier etwa 1km südöstlich des heutigen Ortes, an der Böschung des
Galatskagrabens, eine Siedlung namens Nagyösz. (Durch archäologische Funde belegt)

Diese kommt aber in den Steuerlisten nach der Eroberung des Banats nicht mehr vor,
woraus zu schließen ist, dass sie damals nicht mehr bewohnt war.



Die Eisenbahnlinie von Temeswar nach
Tschanad führt an Triebswetter vorbei.
Bild oben: Gleise. Bilder Rechts: 
Bahnhofsgebäude 2004 und 1993.

Bis 1772, dem Jahr der Ansiedlung unserer Vorfahren, wird der ehemalige
mittelalterliche Ort nur als Prädium bezeichnet und als Viehweide verpachtet.
Die heutige Gemeinde wurde auf diesem Prädium als spättheresianische Siedlung gegründet.

Im Mittelalter und bis zur Ansiedlung, im Jahre 1772, wurde die madjarische
Orts-bezeichnung Nady Ösz in verschiedenen Varianten verwendet und ist
auch heute noch im ungarischen Sprachraum üblich. Der deutsche Ortsname
Triebswetter, wurde dem Ort zu Ehren des kaiserlichen Vermessungsingenieurs
Anton von Triebswetter verliehen und hat nichts mit dem trüben Wetter
zu tun, dass der Sage nach in jenem Frühjahr 1772 herrschte als die drei
Gemeinden Triebswetter, Gottlob und Ostern besiedelt wurden.

Der rumänische Name Tomnatic ist wahrscheinlich die Übersetzung von "Trübem Wetter".

Der Grundriß der Gemeinde hatte die Form eines Rechtecks, mit einer
durchlaufenden Hauptgasse, die von 5 Quergassen im Rechtwinkel durchkreuzt
wird, insgesamt 200 Häuser, in der Dorfmitte ein großes Viereck mit der Kirche,
Schule, Wirtshaus und Pfarrhaus. Alle Gassen hatten eine Breite von 36 m.
Auf den Gassen wurden 9 öffentliche Schwengelbrunnen gegraben und
öffentliche Backöfen errichtet.
 

Die Erde zu den Stampfhäusern wurde außerhalb des Dorfes ausgegraben,
und diese Vertiefungen von je einem halben Joch sind auch heute noch
Sammelbecken für das Regenwasser aus dem Dorf (bei uns Sandlöcher genannt).

Anteil an Grundbesitz hatten 108 Bauern mit ganzer und 92 mit halber Session.

Dörfer in Lothringen
 Dörfer in Lothringen

Der größte Teil der Bevölkerung stammte aus Lothringen (62%), was
Triebswetter (dies trifft auch auf die Ortschaften St. Hubert, Charlesvills
und Soltour zu) zu einem "Franzosendorf" machte. Der Rest der
Bevölkerung stammte aus Luxemburg (8%). Bayern (5%),
Baden-Württemberg (5%), Frankreich (3,5%), Pfalz (3,5%) sowie ein
geringer Teil aus Ungarn, Banat, Hessen, Böhmen, Mähren, Saarland, Elsaß,
Österreich, Schlesien, Slowenien, Italien, Preußen, Sachsen u.a.


Autobahn in Lothringen: diese Bäume
wurden "Schießbäume" genannt.

Landstraße in Lothringen: "Schießbäume"
säumten auch die Landstraße in Triebswetter.

Durch Absterben, Abwanderung in neu entstandene Orte sowie durch Heirat
nahm die Zahl der Franzosen jedoch in stärkerem Maße als die der Deutschen
ab und die deutsche Sprache setzte sich allmählich sowohl in der Kirche, wie
auch in der Schule und dem öffentlichen Leben durch. Als 1902 der französische
Schriftsteller R. Recouly die sogenannten "welschen Dörfer" im Banat besuchte,
mußte er mit Entsetzen feststellen, dass die französische Sprache "tot ist".
Französische Namen gibt es auch heute noch, aber in der Sprache sind nur
noch einzelne Ausdrücke als Sprachrelikte erhalten. (G. Reiser:
Der Sprachwandel in der Triebswetterer Mundart).

Die heutige Triebswetterer Mundart ist ein Mischdialekt mit vorwiegend
rheinfränkischem (lothringisch- pfälzischem) Charakter. Den größten
Platz nehmen die lothringischen Wörter ein. Diese stammen zum größten
Teil aus der Forbacher, Saargemünder und aus der Gegend von Saarburg.
In dieser Gegend (um Sarreguemines) sagt man heute "mir redde platt".
Das Luxemburgische wie auch das Fränkisch- Schwäbische ist auch in
manchen Wörtern erhalten. (G. Reiser)

"A Stickl französisch im Name
un in der Sproch zu uns gheert-
doch ware mir immer ganz gude Schwobe
un alles Teitschi war uns was wert".
Palfi –"Triebswetterer Art"-

Zwischen 1772 – 1801 war Triebswetter kameralischer Besitz und ging 1801
als "Mixta Donatio" zusammen mit den Ortschaften Sarafol und Nero an
den Baron Alvinczy über, der dann Graf Albert Gyulai als Erben einsetzte.
Der letzte Grundherr verkaufte um die Jahrhundertwende
das Herrschaftsfeld an die Dorfbewohner.

Die Familie Gyulai hat sich sehr für den Bau der heutigen Kirche eingesetzt und
auch einen wesentliche Kostenanteil übernommen. Das heutige monumentale
Gotteshaus wurde zwischen den Jahren 1846 – 50 erbaut und 1850 von Pfarrer
Alexander Bonaz, dem späteren Bischof von Temeswar eingeweiht. Als Bischof
beauftragte er, 1863, den Temeschburger Altarbauer Josef Treydl mit dem
Bau eines Hoch – und zwei Nebenaltäre sowie das heilige Grab, welche er
seiner Heimatkirche spendete und auch selbst einweihte. Eine Besonderheit
für das ganze Banat sind die zwei großen Statuen an der Frontseite der
Kirche, die die Namen Albert und Samuel tragen und die Erbauer (Graf
Albert und Samuel Gyulai) als Heilige, mit Buch und Fackel, darstellen.

Die heutige 18-Register – Orgel wurde 1850 mit Gemeindemittel angeschafft,
gefertigt bei dem Arader Orgelbauer Anton Dangl.


Die Kirche wurde 1988 von Pfarrer Franz Funk anläßlich seines 65.
Priesterjubiläums ganz renoviert. 1920 wurden die heutigen 3 Glocken
(nachdem die vorherigen requiriert wurden) von der Gemeinde Herz
Jesu, Mariä Empfängnis und der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet.

Auf jeder Glocke ist folgende Inschrift zu lesen: " Gewidmet von der
Gemeinde Triebswetter, im Jahre 1920" und die Namen der damaligen
Gemeinderatsmitglieder.

Das erste Pfarrhaus wurde schon 1773 errichtet. Das heutige Pfarrhaus
wurde bereits 1781 erbaut und mehrmals renoviert und umgebaut. Es
war von einer schönen Parkanlage umgeben von der 1842 J. G. Kohl,
ein für die damalige Zeit weitgereister Mann, über das Banater Deutschtum
u.a. schreibt: "Die Deutschen sind auch hier die Fleißigsten. Die Orte
Sandorhaza, Ernesthaza, Lovrin uff. sind die schönsten Dörfer in Österreich....
Schöne Parks sind die von Lovrin und Triebswetter..." 1862 wurde der Garten
durch Maurermeister J. Wolf mit einer schönen Steinmauer umgeben. Leider
ist die Parkanlage dem Bau des späteren "Universal"- Geschäftes gewichen.

Bei der Ortsgründung wurden drei Joch für den Friedhof, am westlichen
Ausgang der Hauptgasse, ausgemessen . Hundert Jahre später , 1874,
weihte Pfarrer Karl Böhm die 2000 Quadratklafter ein, die von der
Gemeinde dem alten Friedhof zugefügt worden waren.

Unter Pfarrer Willkomm, wurde im Herbst 1909 der Friedhof mit einem
Eisenzaun umgeben, der von Schmiedemeister Peter Treffil angefertigt wurde.
Die Friedhofskapelle wurde 1863 von Thomas und Rosina Richard errichtet,
das Glöcklein, das auch heute noch die Toten auf ihrem letzten Gang
begleitet wurde von der Gemeinde gekauft.

Am Friedhofseingang befindet sich eine kleine Parkanlage in dessen Mitte
das 1922 von den Temeschburger Bildhauern Sipos und Galas geschaffene
Heldendenkmal steht. Es ist ein sich verjüngender vierkantiger Obelisk,

auf dem ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen thront, der ein Schwert
im Schnabel trägt. Im Hauptteil trägt die Vorderfront das Relief einer
Mutter mit ihrem Kind im Arm, und auf der gegenüberliegenden Seite
ein verwundeter Heimkehrer. Auf der linken und rechten Seite sind die
Namen der Gefallenen auf zwei weiße Marmortafeln eingraviert. Im
unteren Abschnitt ist vorne die Inschrift "Gesegnet sei ihr Andenken"!

Von 1772-73 war die Kirche eine Filiale von Marienfeld . Ab 1773 wurde
es zu einer selbständige Pfarre und erster Pater war Nikolaus Eugen Lenauer.
Der bedeutendste Priester in Triebswetter (1840-53) war der spätere Bischof
von Temeswar Alexander Bonaz. Der letzte Priester in Triebswetter war
Dechant Franz Funk. Seit dessen Tod 1990 ist Triebswetter eine Filiale von Lovrin.

Das erste Schulgebäude gibt es seit 1773. Es wurde dann durch Anbau
allmählich erweitert und der Schülerzahl angepasst. 1924 wurde die siebente
Klasse eingeführt. 1965 wurde das anliegende, von Nikolaus Roth enteignete
Haus als Erweiterung angebaut sowie die Ställe in einen Turnsaal umgebaut.
Gleichzeitig wurde die Direktorwohnung als Schulklassen umgebaut
sowie die ehemalige Wageneinfahrt in eine Klasse umgebaut und in
den Raum zwischen Schule und dem einbezogenen Haus noch zwei Klassen eingefügt.

Die anfangs konfessionelle Schule wurde durch Abstimmung des Gemeinderates
1869 in eine Gemeindeschule umgewandelt, um so auch Einfluß auf das Lernprogramm
zu gewinnen, da man der Meinung war, dass man sonst nur "Katechismus und
Singen" lernt.

Bis 1934 gab es nur eine deutsche Schule. Die rumänische Abteilung wurde erst
1934 mit insgesamt 28 Schülern gegründet. Auch nach dem II. Weltkrieg hat
die Allgemeinschule eine überwiegende deutsche Schülerzahl, die nun als deutsche
Sektion bezeichnet wird, weil deutsche und rumänische Schüler in getrennten
Klassen unterrichtet wurden.In dieser Zeit bis 1965, wird die deutsche Sektion
auch von Schülern aus Wiseschdia, Gottlob, Sarafol und Tschanad besucht, da es
dort noch keine deutsche Schulen gab. Diese Schüler waren in einem Internat
untergebracht.

Kindergarten gibt es seit 1884.

Bis zum I. Weltkrieg , legte die meist bäuerliche Bevölkerung nicht viel Wert
auf höhere Schulbildung. Nach der Enteignung gab es jedoch sehr viele
Triebswetterer mit beruflicher und höherer Ausbildung. Im Verlauf der
200 Jahre enstammten aus Triebswetter: 13 Pfarrer, darunter 2 Bischöfe,
Alexander Bonaz in Temeswar und Nikolaus Cherrier in Preßburg,
2 Ordensfrauen, 100 Pädagogen, 12 Juristen, 31 Humanärzte, 2 Zahnärzte,
19 Tierärzte, 11 Apotheker, 62 Ingenieure, 22 Verwaltungsangestellte,
davon Nikolaus Petischan- Generalinspekteur der Bank von Österreich,
21 Offiziere davon Feldmarschall-Leutnant Nikolaus Wolf-Nagyöszi-
Stadtkommandant von Budapest, 4 Schauspieler, darunter Rudolf
Chati und Nikolaus Dinier.

Des weiteren hervorgehoben haben sich der Heimatforscher Georg Reiser,
der zahlreiche Abhandlungen über die Besiedlung des Banats erfaßt hat,
der SchmiedemeisterPeter Treffil, der ein Ortssippenbuch geschrieben
hat und der Kurschmied Franz Touttenuit, dem die Triebswetterer wegen
seiner Verdienste um die Tierheilung ein Denkmal in die Ortsmitte gesetzt
haben, welches aber durch die Kriegswirren beschädigt wurde und
verschwunden ist Dr. Josef Wolf und der Wahltriebswetterer Apotheker
Nikolaus Merle wie auch Johann Thoma , der langjährige Vorsitzende
der HOG Triebswetter, haben wesentlich an dem Zustandekommen
unseres Heimatbuches beigetragen .

Triebswetter war eine Bauerngemeinde, deren Bewohner fast alle in der
Landwirtschaft tätig waren oder ein Handwerk ausübten welches der
Landwirtschaft diente.

Der fruchtbare Boden hat zur besonderen Entwicklung des Getreidebaus
aber auch des Gemüse- und Weinbaus beigetragen. Die Triebswetterer
"Fratschler" waren in Temeschburg, Szegedin, Mako, Großbetschkerek
und Arad gut bekannt.

Besonders in der Nachkriegszeit, nach der Enteignung, hat man sich auf
den Gemüsebau spezialisiert. Da man nur so die nicht enteigneten
Hausgärten intensiv nutzen konnte und so doch noch ein gutes Zubrot
verdienen konnte.

Es wurde vorwiegend Frühgemüse, Kartoffeln, Melonen, vor allem aber
grüner Paprika angebaut. Da dieses Gemüse wegen der meist trockenen
Witterung viel Wasser braucht, verwendete man ab etwa 1925 von
Pferden betriebene Göppelmaschinen, mit deren Hilfe man Wasser
aus gebohrten Brunnen pumpte. Später wurde das Pferd durch Motoren ersetzt.

Der Pumpenbau war ab 1960 in Triebswetter ein sehr entwickeltes Handwerg.

Wenn die "Fujackre" auf ihren Feldern den Gemüsebau wegen der kleine
Flächen intensiv vorantrieben, so war für die Getreidebauern (75% der
Ackerfläche der Gemeinde) das Feld nicht ausreichend, so daß bis 1941
noch 3400 Joch Ackerland von den Nachbargemeinden angekauft wurden.

Der Weinbau hatte eine große wirtschaftliche Bedeutung und machte 1936,
1002 Joch der gesamten Ackerfläche aus. Die meist angepflanzten Sorten
"Zackelweiß" (Sauvignon) und Riesling. Nach dem Einschleppen der
Reblaus aus Frankreich, 1871, legten hier die Brüder Eduard und
Karl Buding eine Reben- und Obstveredelungsanlage an, die weit
über die Grenzen des Banates bekannt war.

In der Viehzucht war das Pferd von großer Bedeutung. Die Schweinemast
wurde in großem Maße betrieben. Zu einer ausgeprägten Rinderzucht
kam es jedoch nicht. Nebenbei wurde auch Schaf- und Bienenzucht betrieben.

Die industrielle Entwicklung paßte sich den Bedürfnissen der Landwirtschaft
an. So gab es Schnapsbrennereien, die vor allem den Treber verarbeiteten,
Ziegeleibetriebe und Mühlen.

Die Einwohnerzahl stieg von etwa 650 bei der Dorfgründung auf 3760 im
Jahr 1900. 1940 lebten in Triebswetter 2835 Deutsche, 34 Rumänen,
37 Ungarn, 101 Zigeuner und 21 anderer Nationalität.

Die erste Kreditanstalt , Sparkasse, wurde 1886 gegründet, gefolgt
von der Triebswetterer Volksbank 1891 und der Raiffeisen
Landwirtschaftlichen Kreditanstalt 1899.

Der wirtschaftliche Aufstieg erforderte auch eine bessere Verkehrsverbindung.
So wurde die heutige Nationalstraße Nr.6,1845 gebaut und die Bahnlinie
Temeswar – Szeged 1895 fertiggestellt.

Die Post gibt es seit 1868, Telefon seit 1895, Telegraf ab 1912 und Kino seit 1920.

Zahlreiche gesellschaftliche Vereine entfalteten eine reiche Tätigkeit:
Bauernverein, Feierwehrverein, Handels- und Gewerbeverein,
Schützenverein (ab 1798), Jagdgesellschaft, Sportverein, Leseverein,
Rosenkranzverein, Jugend-und Frauenverein, Mädchenkranz und
Gesangverein. Die Größten Triumphe erreichte allerdings der schon
1931 gegründete Sportverein, der schon 1932 dem rumänischen
Landesmeister UDR Reschitz ein 1:1 erzwang. 1975 führte Trainer
Willi Schreiber die Triebswetterer "Bauern" , wie sie verspottet
wurden, nach einem triumphalen Spiel gegen den ärgsten
Widersacher "Otelul Rosu" (Ferdinadsberg), in die B-Liga.
Triebswetter war also das erste Dorf in Rumänien mit einer
Fußballmannschaft in der B-Liga, und das bedeutete Heimspiele
mit Hermannstadt, CFR Temeswar. UMT Baia Mare, Bistritz,
Mediasch, Hunedoara.

Die anerkannten wirtschaftlichen Leistungen und der allgemeine
Wohlstand wurden durch reichlichen Kummer und viel Leid
während der zwei Weltkriege getrübt.

So hat der I. Weltkrieg unserer Gemeinde 109 und der II. Weltkrieg
95 Opfer abverlangt . Ihre Namen sind zum ewigen Gedenken auf den
Marmortafeln am Kriegerdenkmal in Triebswetter verewigt.


Kriegerdenkmal 1997

In die Sowjetunion wurden 164 Personen verschleppt sowie 527 Personen in
die Baragansteppe deportiert, von denen 20 dort die ewige Ruhe fanden.

Das private Wirtschaftssystem wurde 1945 durch das kollektive ersetzt.
Dies hat nicht nur die Bauern getroffen, sondern auch die Kleinhäusler und Handwerker.

Die meisten Bewohner mußten als Arbeiter in die Kollektivwirtschaft überwechseln.

Bis zu dem Umsturz , 1989, gab es in Triebswetter eine LPG und einen
Staatlichen Landwirtschaftsbetrieb.

Durch die Gebietsreform von 1967 verliert Triebswetter, das inzwischen
1100 Häuser umfaßt und sich auch wirtschaftlich wieder hochgearbeitet
hat, seine Selbständigkeit und wird Lovrin eingemeindet.

Durch die intensiv betriebene Wirtschaft (200 ha Gemüse, 13 ha Treibhäuser,
über 300 ha Obstplantagen, Weingärten, Viehwirtschaft) war Triebswetter
noch bis Anfang der achtziger Jahre attraktiv und zukunftssicher.

Ende der siebziger Jahre begann aber die Auswanderungswelle, ein Rad
kam ins rollen und konnte nicht mehr aufgehalten werden bis 1989 fast
alle Triebswetterer in die BRD umgesiedelt sind. Nur noch ein kleiner
Teil von etwa 83 Personen unserer einstigen Landsleute leben heute
noch in Triebswetter.

In der BRD leben die meisten Landsleute in Bayern, gefolgt von
Baden – Württemberg, Rheinland –Pfalz, Saarland, Nordrhein - Westphalen,
Hessen, Hannover.

Die Heimatortsgemeinschaft Triebswetter in Deutschland wurde bereits
1969 in Ulm von Apotheker Nikolaus Merle gegründet und umfaßt heute
2102 Landsleute. In den USA leben 31 , Österreich 7, Frankreich 4,
Schweiz 2 Landsleute und England 1 Landsmann.

Die HOG veranstaltete zum 14 Heimatortstreffen,1997, eine Gedenkfeier zur
225 Wiederkehr seit der Ansiedlung von Triebswetter in Schwabach bei Nürnberg.

Sie hat an zahlreichen Hilfsaktionen zur Unterstützung unserer Landsleute in
Triebswetter teilgenommen.

Für die meisten unserer Landsleute ist Triebswetter ein Stück Vergangenheit,
es ist aber und bleibt ein Teil von uns und "die Zeichen die wir dort gesetzt,
werden noch lange der Zeit und dem Wind trotzen".(A. Palfi)

Triebswetterer Gebäude: vor und nach 1980
Wir überlassen es dem Urteil des Besuchers dieser Seite selbst zu entscheiden,
wer wohl vor und wer nach 1980 diese Häuser bewohnte. (Der Webdesigner)

Triebswetterer Landeszugehörigkeiten, Regenten, Amtssprachen
(laut Treffil-Buch)

von bis Landeszugehörigkeit Regent/Macht Amtssprache Bemerkungen
1772 1778 Österreichs kaiserliche Provinz Maria Theresia Lateinisch Umgangssprache, je nach
1778 1780 Ungarn, Südungarn Maria Theresia Lateinisch Einwanderungsgebiet
1780 1784 Ungarn, Südungarn Kaiser Josef II. Lateinisch
1784 1790 Ungarn, Südungarn Kaiser Josef II. Deutsch
1790 1792 Ungarn, Südungarn Kaiser Leopold Lateinisch
1792 1830 Ungarn, Südungarn Kaiser Franz I. Lateinisch
1830 1835 Ungarn, Südungarn Kaiser Franz I. Ungarisch
1835 1848 Ungarn, Südungarn König Ferdinand V. Ungarisch
1848 1849 Ungarn, Südungarn Franz Josepf I. Ungarisch
1849 1860 Österreichs Serbische Woiwootschaft,
Temesvar, Banat
Franz Josepf I. Deutsch ab etwa 1850 war die
Umgangssprache Deutsch
1860 1881 Ungarn, Südungarn, Komitat Torontal Franz Josepf I. Deutsch 1877 Unabhängigkeitskrieg der
Rumänischen Fürstentümer
1881 1916 Ungarn, Südungarn, Komitat Torontal Franz Josepf I. Ungarisch
1916 1918 Ungarn, Südungarn, Komitat Torontal König Karl IV. Ungarisch
1918 1927 Rumänien, Banat, Torontal König Karl
von Rumänien
Rumänisch bis 1940 gab es noch 94%
Banater Schwaben in Trw.
1927 1930 Rumänien, Banat, Torontal König Michael Rumänisch
1930 1947 Rumänien, Banat, Torontal Königshaus Hohenzollern
Sigmaringen (und Antonescu)
Rumänisch Umgangssprache Deutsch
1947 Rumänische Volksrepublik
Sozialistische Republik Rumänien
(Region Banat/ Kreis Timisch)
Kommunistische Partei
Rumäniens
Rumänisch Deutsche, Ungarn, Serben, usw
durften die Schulen in ihrer
Muttersprache besuchen

 
  • Dr. A.Petri; Dr.J.Wolf – Triebswetter /Banat- Tuttlingen 1983
  • G.Reiser- Zur Späth-Theresianischen Ansiedlung (Gottlob; Triebswetter Ostern) Budapest 1937
  • G. Reiser- Mundartliches und Volkskundliches aus Triebswetter im Banat -Budapest 1940
  • G. Reiser- der Sprachwandel in den Banater Franzosendörfern – Budapest 1938
  • H. Vogel –Das Treffil Buch- Temeswar 1999   und   H. Vogel Triebswetterer Monatsblatt – Zeitung
  • HOG Triebswetter – Triebswetterer Heimatblatt- Nürnberg 1991, 1993, 1995, 1999, 2003, 2007, 2009, 2011


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