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Auszüge aus dem Banatgedichtband von Hans Dama
"Im Werden reift Vergehen"
Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers.

 
 

Verfasser: Dr. Hans Dama, 1160 Wien

Herstellung: Verlag Pollischansky, 1140 Wien
Dreyhausenstraße 16
Tel. 0043 (0)1 / 982 56 72
Fax 0043 (0)1 / 982 56 72-72
E-Mail: office@verlag-pollischansky.at



 
 
 
 

Banater Heideland 

Maulbeerbaumgesäumte Straßen
furchen schlank durchs  Heideland;
dunkelsatte Streifen fassen
den Verlauf gleich einem Band, 

das sich aalhafttastend schlängelt
trennend Wiesen, Felderrand;
mitunter das Auge gängelt, 
abwechselnd mal Weinbergsand. 

Ich umfasse diese Weiten
mit dem Herzen, mit dem Blick
und versink‘ in fernen Zeiten
aufgelöst im Kindheitsglück. 

Tragöß, 24.06.2013

Banater Schwaben
Wir schaffen uns selber ab: 
Wissend, 
doch absichtslos, 
zermalmt unter erbarmungslosen Rädern 
brutaler Geschichte; 
ein Vierteljahrtausend – 
ein Augenblick nur in Äonen 
der Menschheitsgeschichte; 
etwas Vorübergehendes, wie so vieles, 
das vorbei – für immer… 
Tränenden Auges oder gleichgültig gar? 
Verfolgen wir den gefräßigen Exodus – 
existenzatrophierend. 
Irgendwann graben dann Archäologen, 
kratzen Historiker und Soziologen 
nach Spuren ausgelöschten Daseins: 
ein Sandkorn auf unserem Planeten… 
Wie balde – für die Ewigkeit: 
von Winden verweht. 

Wien, 13.07.2012


 
 
Banater Schicksal
Gemeinschaft zerstoben,
gespült von den Wogen
im zeitlichen Lauf.

Was mühsam geworden
mit Mühen und Sorgen,
ist schlagartig aus. 

Familien zerschlagen,
vom Schicksal getragen,
von Winden verweht.

Die Zeit löscht die Wege,
setzt alles in Schwebe
vernichtend und kalt…

Nur Spuren gar selten
erinnern an Welten,
an einstiges Sein.

Das War und Gewesen 
in Schriften zu lesen
als Zeugen der Zeit.

Erinnerung wühlet 
im Geist und umspület
vergangenheitstreu.

Der Bund schließt sich leise,
aus schütterem Kreise
fällt mancher heraus.

Im Werden vergehen
und Winde verwehen,
was zaghaft noch stand…

In Fluten geraten,
den Strom kühn durchwaten
an rettendes Land…

09.06.2013


 
 
Banater Schwaben-Los
Gelitten, 
geworben, 
gekommen, 
geblieben. 

Geackert, 
geschuftet, 
entbehret, 
gerackert.

Gestorben, 
geboren, 
vermehrt 
und getrotzt. 

Beschuldigt, 
ertragen
in Demut, 
mit Stolz.
 
 
 

 

So ist 
der Schwabe 
geschnitzt 
aus dem Holz 
der Würde, 
des Fleißes, 
aufrecht 
im Tun.

Drum lasst 
ihn im Schwinden 
in Frieden 
nun ruhn. 

Wo immer
er ist, 
heißt Arbeit 
sein Leben – 
im Werken, 
im Müh‘n,
entschlossen 
im Streben. 
 

 

Geschichte – 
sie lehrt uns, 
gepaaret mit Zeit: 
Sein Abgang 
ist nur 
eine Frage der Zeit.

Kommen 
und 
Gehen, 
Verschwinden 
im Schritt. 
Der Abgang 
ist nahe, 
schleift täglich 
uns mit. 

Die Wunden, 
sie heilen, 
und Spuren 
wohl bleiben 
im Wandel 
der Zeit. 

06.12.2012
 


 
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